Meine Trainings-Grund-Sätze

…  Aussagen und Sätze, die ich im Training immer wieder sage

Ich möchte Euch hier zukünftig Satz für Satz meine Trainings-Grund-Sätze erklären, die ich im Training immer wieder sage – oder die einfach wichtige Kernaussagen zum Verständnis sind. Unverkennbar hat mich  Peter Keller von sam-dogs in meinen Trainingsgrundsätzen sehr geprägt.

💚Und wer genau hinsieht, dem fällt ein wichtiger Grundsatz meiner Philosophie auf, der sich durch mein gesamtes Training zieht: Ich formuliere positiv! Ich sage Euch beim Training, was Ihr tun sollt… das macht bei der Umsetzung im Bruchteil von Sekunden den entscheidenden Unterschied. Mein Fokus liegt auf dem was gut ist und was im Vergleich mit vorherigen Stand des Teams besser geworden ist!

Den Anfang macht eigentlich mit die entscheidenste Aussage – und sicher im Mantrailing Training ein sehr umstrittener Punkt – die Beeinflussung des Hundes beim Trailen.

"Du kannst nicht nicht kommunizieren"

👉 gleich vorweg: Dies Zitat ist nicht von mir sondern von Paul Watzlawick (Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe, Philosoph). Genauer gesagt ist es die “Grundregel Nr. 1 der Kommunikation.”
 
🧐 Was hat das nun mit Mantrailing zu tun? Viel – sehr viel – und damit sind wir sicher mitten in einem heiß umstrittenen Thema. Denn die Feststellung, dass man nicht nicht kommunizieren kann, heißt auch ganz klar, dass es schlicht unmöglich ist, seinen Hund beim Trailen nicht zu beeinflussen. 😉
 
👉 Wir beeinflussen das Verhalten unseres Hundes also immer – ob bewußt oder unbewußt. Und wenn ich meinen Hund schon beim Trailen nicht nicht beeinflussen kann, so beinflusse ich ihn doch gezielt und zwar in einer Art und einem Umfang, wie es seinem Ausbildungsstand (!!!) angemessen ist. Klingt sinnvoll, oder? Ist es auch.
 
🚩 Ich beeinflusse also den Hund im Training nach dem Grundsatz, dass ich Verhalten, das ich sehen möchte bestätige und verstärke.
 
💚 Ein Grundsatz, der übrigens im Hundetraining schon sehr lang etabliert ist.

"machs mit struktur"

👉 Dafür muss man sich eine Struktur erstmal überlegen, erarbeiten und festigen!
 
🧐 Eine Struktur zu haben hilft immer dann, wenns schwierig wird, oder die Nerven ins Spiel kommen. Eine Struktur zu haben hilft, den Kopf für die wesentlichen Dinge frei zu haben.
 
🤗 So habe ich z. B. eine ganz feste Struktur, bevor ich den Hund für den Start aus dem Auto hole:
👉Hund war vorher kurz draußen?  Check ✅
👉Hund ist fertig “angezogen”? Check ✅
👉 Rucksack (Wasser, Jackpot…) gepackt? Check ✅
👉 Weste anziehen. Check ✅
👉 Rucksack schultern. Check ✅
👉 Leine richtig wickeln. Check ✅
👉 Auto zusperren. Check ✅
👉 Autoschlüssel in die rechte Hosentasche. Check ✅
👉 Geruchsartikel in der rechten Westentasche? Check ✅
👉 Signalhalsung in der linken Westentasche? Check ✅
👉 Hund ausladen, Auto zu. Check ✅
So kann ich mit ungeteilter Aufmerksamkeit an den Start gehen und bin sicher, dass ich nichts vergessen habe.
 
🚩 Besonders für das Startritual und die Kreuzungsarbeit sind gute Strukturen das A und O bei steigenden Herausforderungen.
 
 

"Gehen - immer 1 Fuß auf dem Boden"

👉 Hier gehts um das Tempo beim Trailen. Das hören die Hundeführer, die gerne hinter ihrem Hund beim Trailen herrennen.
 
🧐 Welches Tempo ist denn das Richtige beim Trailen? Da gibt es keine pauschale Vorgabe. Jedes Team hat sein eigenes Tempo, das situativ auch mal unterschiedlich ist. Entscheidend ist, dass der Hund seinen Job vernünftig machen kann (wenn er den Arbeitsauftrag verstanden hat) , erfolgreich und sicher dran bleibt und der Mensch am Ende der Leine gut und sicher mitlaufen kann!  Sicherheit von Mensch und Hund geht immer vor!
 
👉 Das richtige Tempo bei sehr schnellen Hunden ist oft eine Gratwanderung zwischen Sicherheit und Gründlichkeit auf der einen Seite und Motivation bzw. Frustration des Hundes auf der anderen Seite. Da darf ein höheres Tempo ( sogar Rennen 😉 – also mit Schwebephase) auch mal gezielt als Motivationskick eingebaut werden.
 
👉 Ein zu hohes Tempo kann bei unentschlossenen Hunden dazu führen, dass sie eine Richtungsentscheidung nicht mehr korrigieren können und in die falsche Richtung geschoben (bzw. gedrückt)  werden. Sich in dieser Situtation gegen den Hundeführer durchzusetzen erfordert eine ausgesprochen hohe mentale Stärke des Hundes, die sich häufig erst im Laufe der Ausbildung entwickelt bzw. dann gezielt gefördert und gefestigt wird.
 
🚩 Das Tempo gezielt als Trainingselement einzusetzen führt immer wieder zu tollen Ergebnissen. Wer mal den erleichterten Ausdruck eines Hundes gesehen hat, dem die Chance gegeben wurde, seine Richtungsentscheidung zu korrigieren, weil sein Hundeführer das Tempo gedrosselt hat… das sind sie, die entscheidenden Momente im Training!
 

"LOBEN"

👉 Ja, ich lasse die Hundehalter ihre Hunde für erwünschtes Verhalten loben, um das gezeigt Verhalten zu fördern oder zu verstärken. Und so fordere ich die Hundehalter auch schon mal auf, ihren Hund zu loben, wenn das gezeigte Verhalten des Hundes super war. Da gehört z.B. auch dazu, den Hund zu loben, wenn er körpersprachlich anzeigt, dass er vom Trail abgekommen ist und Ansätze macht, umzudrehen.
 
🧐 Die Art und das Ausmaß des Lobens während des Trailens ist mit sehr individuell… im Idealfall so,  dass der Hund das Lob versteht, das gezeigte Verhalten in Zukunft öfter oder ausgepräger zeigt – seine Arbeit aber nicht unterbricht!
 

👉 Gerade zu Beginn der Ausbildung ist es für die Hunde sinnvoll sie zu loben, wenn sie durch ihr Verhalten zeigen, dass sie verstanden haben, worum es geht – was ihr Arbeitsauftrag ist. Was und wie gelobt wird, hängt vom Ausbildungsstand, der Persönlichkeit des Hundes und dem Trainingsschwerpunkt ab.

👉 Gerade Hunde, die auf dem Trail auch Verhalten zeigen, das nicht zielführend ist, können über Lob für erwünschtes Verhalten gut beeinflusst werden.
 
🚩 Je besser wir dem Hund zu verständlich machen, was wir von ihm sehen wollen, desto deutlicher wird er das gewünschte Verhalten zeigen, desto leichter wird die Lesbarkeit der Körpersprache des Hundes. Dabei ist das Timing und die Qualität des Lobens entscheidend. Das kann man trainieren.
 

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